Mandantenrundschreiben 08/2022

Das neue Mandantenrundschreiben im pdf-Format: Mandantenrundschreiben August 2022

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

steigende Preise, Lieferengpässe und Gasknappheit lassen derzeit nicht nur Unternehmen, sondern auch Privatpersonen zunehmend sorgenvoller in die Zukunft blicken. Während das Rezessionsrisiko in Deutschland steigt, sinkt die Verbraucherstimmung einer aktuellen Erhebung der GfK zufolge auf den schlechtesten Wert seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1991. Um die Bürger in dieser Zeit zu entlasten, wurden in den vergangenen Monaten teilweise umstrittene Maßnahmen wie der Tankrabatt, die Energiepreispauschale oder das 9-Euro-Ticket umgesetzt. Langfristige Steuersenkungen zugunsten von kleinen und mittleren Einkommen werden derzeit kontrovers diskutiert und sollen dabei nach Auffassung von Teilen der Ampelkoalition vor allem durch eine stärkere Belastung höherer Einkommen finanziert werden.

Blickt man allerdings auf die Verteilung des Steueraufkommens in Deutschland, stellt man fest, dass die oberen 10 % bereits heute knapp 56 % des Steueraufkommens schultern, während die unteren 50 % zu gut 6 % zum gesamten Steueraufkommen beitragen. Angesichts unserer Solidargemeinschaft ist dies zunächst auch nachvollziehbar. Nicht nachvollziehbar erscheint dagegen, dass in den vergangenen 15 Jahren deutlich mehr Steuerzahler in höhere Steuerklassen gerutscht sind, der Spitzensteuersatz bereits bei einem Einkommen von 58.000 Euro greift und damit von 39 % aller Steuerzahler zu zahlen ist.

Auch die zuletzt im Jahr 2009 durchgeführte Reform der Erbschaft- und Schenkungsteuer entwickelt sich zunehmend zu einem Problem des Mittelstands. Trotz steigender Immobilienpreise, höherer Löhne und Lebenshaltungskosten sind beispielsweise die Freibeträge seit 2009 unverändert geblieben und erschweren so auch anstehende Generationenwechsel in mittelständischen Unternehmen. Unternehmensnachfolgen und Vermögensübertragungen sollten daher sorgfältig und frühzeitig geplant und vorbereitet werden.

Wir unterstützen Sie gerne bei Ihren Vorhaben in dieser herausfordernden Situation und wünschen Ihnen alles Gute für die Urlaubszeit!

Andreas Weinberger
Geschäftsführender Gesellschafter |
Wirtschaftsprüfer | Steuerberater

 

Übersicht der Themen des Mandantenrundschreibens August 2022:

Für alle Steuerpflichtigen

  • Identifikationsnummer für Ukraine-Flüchtlinge
  • Pflegeversicherung: Bundesverfassungsgericht fordert Entlastung kinderreicher Familien
  • Zahlen und Fakten zur Teil-Abschaffung des Solidaritätszuschlags

Für Unternehmer

  • Informationen zur elektronisch unterstützten Betriebsprüfung in der Sozialversicherung
  • Kann für einen Gewinn aus einer übernommenen Pensionsverpflichtung eine Rücklage gebildet werden?
  • Veräußerungsgewinn für gemischt genutzte PKW voll steuerpflichtig?
  • Vorsteuer-Vergütungsverfahren: Anträge sind bis zum 30.9.2022 zu stellen

Für Arbeitgeber

  • 9-Euro-Ticket: Lohnsteuerliche Behandlung von Zuschüssen des Arbeitgebers
  • Sachbezüge bleiben bei der Berechnung des Mindestlohns außen vor

Für Arbeitnehmer

  • Umschulungskosten nach Erwerbstätigkeit ohne Berufsausbildung sind nicht als Werbungskosten abziehbar
  • Zur ersten Tätigkeitsstätte bei einem angestellten Bauleiter

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Übersicht: Steuerinformationen für August 2022

Es ist mit dem Grundgesetz unvereinbar, dass beitragspflichtige Eltern in der sozialen Pflegeversicherung unabhängig von der Zahl der von ihnen betreuten und erzogenen Kinder mit gleichen Beiträgen belastet werden. Das Bundesverfassungsgericht hat den Gesetzgeber aufgefordert bis zum 31.7.2023 eine Neuregelung zu treffen. Darüber hinaus ist in diesem Monat auf folgende Aspekte hinzuweisen:

Wurden Unternehmer in 2021 im EU-Ausland mit ausländischer Umsatzsteuer belastet und möchten sie diese erstattet haben, muss der Antrag bis zum 30.9.2022 in elektronischer Form beim Bundeszentralamt für Steuern eingehen. Das Bundesfinanzministerium hat sich dazu geäußert, wie Zuschüsse des Arbeitgebers zu den Aufwendungen des Arbeitnehmers für den öffentlichen Personennahverkehr während der Gültigkeitsdauer des 9-Euro-Tickets lohnsteuerlich zu behandeln sind. Ob Aufwendungen nach reisekostenrechtlichen Grundsätzen abzugsfähig sind, entscheidet sich danach, ob am Einsatzort eine erste Tätigkeitsstätte vorliegt. Eine interessante Entscheidung gibt es nun vom Finanzgericht Mecklenburg-Vorpommern zur ersten Tätigkeitsstätte bei einem angestellten Bauleiter.

Diese und weitere interessante Informationen finden Sie in der Ausgabe August 2022.


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