Corona-News # 5: Auswirkungen Corona-Virus auf den (Konzern-) Lagebericht 2019 (Stand: 19. März 2020)

In unseren „Corona-News #1“ sind wir der Frage nachgegangen, ob die Ursachen der Ausbreitung (und der resultierenden wirtschaftlichen Folgen) bereits vor dem 31.12.2019 oder erst danach angelegt waren. Unter Bezugnahme auf den fachlichen Hinweise des IDW vom 4. März 2020 „Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf die Rechnungslegung zum Stichtag 31.12.2019 und deren Prüfung“ sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass es sich insoweit um ein wertbegründendes Ereignis handelt mit der Folge, dass sich keine Auswirkungen auf die Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden zum 31.12.2019 ergeben.

In dem vorliegenden Corona-News #5 gehen unsere Experten WP/StB Carsten Ernst, WP/StB Philipp Krais und WP/StB Peter Richter nun der Frage nach, ob und wenn ja welche Auswirkungen Corona auf die Berichterstattung im (Konzern-) Lagebericht 2019 hat.

Es dürfte zum aktuellen Zeitpunkt unstrittig sein, dass die zunehmende weltweite Verbreitung des Coronavirus und die in den einzelnen Ländern getroffenen Schutzmaßnahmen wesentliche wirtschaftliche Auswirkungen auf eine Vielzahl von Unternehmen haben werden. Die konkreten Auswirkungen werden sich je nach Branche und internationaler Ausrichtung der Unternehmen stark unterscheiden und lassen sich aktuell nur schwer prognostizieren. Auf Basis der vorläufigen Ergebnisse der ifo-Konjunkturumfragen im März 2020 (Stand 19. März 2020) geht das ifo-Institut davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in eine Rezession stürzt. Insbesondere die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate verfinsterten sich wie nie zuvor. Auch die Einschätzungen zur aktuellen Lage sind deutlich gefallen.

Wir gehen davon aus, dass sich auf Grund dieser Situation für den Großteil der Unternehmen zumindest eine Berichtspflicht in den (Konzern-) Lageberichten für am 31.12.2019 endende Geschäftsjahre ergibt. Gemäß DRS 20.11 und 20.146 ff. (vgl. auch den IDW-Hinweis vom 4. März 2020) besteht grundsätzlich eine Berichtspflicht im Risikobericht, „wenn die möglichen weiteren Entwicklungen zu negativen Abweichungen von Prognosen oder Zielen des Unternehmens führen können, es sich dabei um ein wesentliches Einzelrisiko handelt und andernfalls kein zutreffendes Bild von der Risikolage (…)vermittelt wird (…). Insbesondere ist über bestandsgefährdende Risiken zu berichten (…), ggf. durch Bezugnahme auf die entsprechenden Angaben im Abschluss.“

Auf Grund der aktuellen Unsicherheiten bzgl. der künftigen Entwicklung gibt das IDW folgende Hinweise in Bezug auf die Prognoseberichterstattung im (Konzern-) Lagebericht:

– Für die Prognoseberichterstattung sind grundsätzlich konkrete Punkt-, Intervall- oder qualifiziert-komparative Prognosen zulässig.
– Nur ausnahmsweise dürfen stattdessen auch rein komparative Prognosen (bspw. „Wir erwarten für das kommende Geschäftsjahr sinkende Umsatzerlöse“) im Prognosebericht abgegeben werden.
– Diese Ausnahmeregelung kann dann in Anspruch genommen werden, wenn „besondere Umstände dazu führen, dass in Bezug auf die zukünftige Entwicklung aufgrund gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen außergewöhnlich hohe Unsicherheit besteht und daher die Prognosefähigkeit der Unternehmen wesentlich beeinträchtigt ist“.
– Nach Auffassung des IDW können für Unternehmen, deren Tätigkeiten wesentlich von der Ausbreitung des Coronavirus betroffen sind bzw. nach vernünftiger Erwartung betroffen werden sein dürften, die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme dieser Erleichterung erfüllt sein.
– Ein vollständiger Verzicht auf eine Prognoseberichterstattung ist nach Ansicht des IDW dagegen unzulässig.

Bei Fragen zu diesem Thema wenden Sie sich bitte gerne jederzeit an unsere Experten Carsten Ernst, Philipp Krais und Peter Richter unter den folgenden Kontaktdaten:


CARSTEN ERNST

CARSTEN ERNST

Wirtschaftsprüfer/Steuerberater Diplom-Kaufmann

+49 711 48931-519

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PHILIPP KRAIS

PHILIPP KRAIS

Wirtschaftsprüfer/Steuerberater Diplom-Betriebswirt Certified Valuation Analyst (CVA)

+49 711 48931-516

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PETER RICHTER

PETER RICHTER

Wirtschaftsprüfer/Steuerberater Diplom-Ökonom

+49 711 48931-420

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Abschließender Hinweis:
Eine vollständige Darstellung potenzieller Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf die handelsrechtliche Finanzberichterstattung ist weder möglich noch in diesem Format beabsichtigt.